Deutschland — Aber normal

 

Unter diesem  Mot­to startete die AfD am ver­gan­genen Woch­enende in den Bundestagswahlkampf.

Unter Nor­mal­ität, inzwis­chen ein Sehn­suchtswort, ver­ste­hen wir nicht nur die Beendi­gung der inef­fek­tiv­en Lock­down- Maß­nah­men, son­dern  vor allem  die Abkehr von den katas­trophalen Fehlentschei­dun­gen der let­zten Jahre. Oder gefall­en Ihnen ins Astronomis­che steigende Staatsver­schul­dung, unkon­trol­lierte Massen­zuwan­derung,  wach­sende Par­al­lelge­sellschaften, Energiewende ins Nichts, oder etwas klein­er: hüpfende Fre­itags-Schulschwänz­er und Gen­dert­er­ror an den Universitäten? 

Der Parteitag mit 600 Delegierten in der Dres­den­er Messe­halle set­zte ein starkes Zeichen dage­gen. Die AfD zeigte in beein­druck­ender Weise, wie  ein 200-seit­iger Pro­gram­men­twurf  disku­tiert und mehrheitlich beschlossen  wer­den kann. Und das in CORO­NA-Zeit­en als Präsen­z­parteitag, unter penibler Ein­hal­tung der Hygien­eregeln! Wer Parteitage ken­nt, weiß um die Bedeu­tung der Parteitagsat­mo­sphäre, die einem vollen Sta­dion ähnelt und den Adren­a­lin­spiegel pusht.  Hin­ter­grundge­spräche, der direk­te Zugang zu den Parteispitzen und die Möglichkeit, seine Mei­n­ung am Saalmikro­fon  spon­tan in den Entschei­dung­sprozess ein­brin­gen zu kön­nen sind Stern­stun­den der Demokratie, unab­hängig jed­er Couleur!

Umso trau­riger, dass in anderen Parteien inzwis­chen die ster­ilen Online-Ersatzver­anstal­tun­gen Mode gewor­den sind. Es lag  auch am „Genius loci“, an Sach­sen, dass es der AfD nach den ent­täuschen­den Wahlergeb­nis­sen von Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz gelang, das pro­gram­ma­tis­che Pro­fil  zu schär­fen und damit die Geschlossen­heit der Partei wieder herzustellen. Die Spitzen­poli­tik­er  der Ostlän­der, ins­beson­dere Tino Chru­pal­la, Björn Höcke und Jörg Urban set­zten in ihren Beiträ­gen die entschei­den­den Impulse.

Die markan­testen Beschlüsse sind:

  • Anstreben des „DEXIT“ aus der EU, wegen erwiesen­er Refor­mun­fähigkeit der EU-Behörden
  • Zuwan­derung nach dem Vor­bild Japans auf benötigte Fachkräfte beschränken 

  • Reduzierung des ÖR-Staats­funks auf einen „Grund­funk“ mit weit ver­ringerten Gebühren

Abgelehnt wur­den über­zo­gene Forderun­gen nach ein­er Lib­er­al­isierung des Waf­fen­rechts für gefährdete Per­so­n­en oder ein Ein­wan­derungsmora­to­ri­um. Hier war es eines entsch­iede­nen Ein­spruch­es von Beat­rix v. Storch zu ver­danken, dass eine übereilte Abstim­mung nochmals geöffnet und kor­rigiert wurde.

Die Partei zeigte Biss und Ver­nun­ft. Dres­den ver­mied destruk­tiv­en Kan­di­daten­stre­it und legte ein riss­freies Wahlfun­da­ment. Nach anstren­gen­den 20 Arbeitsstun­den trat­en vier zufriedene Delegierte aus dem Rhein-Neckar-Kreis die Rück­fahrt in den Süd­west­en an und standen post­wen­dend  im Stau. Die Real­ität des Lan­des hat­te uns wieder.

Dr. A. Geisenheiner

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