Orwell 2020

Ken­nen Sie das „N‑Wort“? Nicht? Dann wird es Sie sicher­lich ver­wun­dern, dass der Hei­del­berg­er Gemein­der­at jüngst die Ver­wen­dung des „N‑Worts“ geächtet hat. Was kann nur damit gemeint sein?

Die Rhein-Neckar-Zeitung, das regionale Zen­tralor­gan für Hal­tungsjour­nal­is­mus und Mei­n­ungs­ma­n­ip­u­la­tion, schafft es in ihrem heuti­gen Artikel über die Äch­tung des „N‑Wortes“ zu bericht­en ohne zu erk­lären, um was es sich dabei handelt. 

Ver­ständlich, denn dabei müsste das geächtete Wort ja selb­st ver­wen­det werden. 

Wir trauen uns: Mit dem „N‑Wort“ ist das Wort „Neger“ gemeint.

Es dürfte sich inzwis­chen herumge­sprochen haben, dass dieses Wort nicht mehr ver­wen­den wer­den sollte, weil sich Men­schen dun­kler Haut­farbe dadurch diskri­m­iniert fühlen.

Dass aber Kinder­büch­er wie Pip­pi Langstrumpf und  Jim Knopf inzwis­chen wegen Ver­wen­dung des „N‑Wortes“ aus den Bib­lio­theken ver­ban­nt wer­den, hat schon Orwellsche Züge angenom­men. In Orwells “1984” gab es das Wahrheitsmin­is­teri­um “Mini­true”, das die Ver­gan­gen­heit so manip­uliert, dass sie der ger­ade gülti­gen “Wahrheit” entspricht. Die dabei ver­wen­dete Sprache heißt in “1984” “Neusprech”. Die voll­ständi­ge Ein­führung von “Neusprech” dauert in “1984”, wegen des umfan­gre­ichen Umschreibens der Lit­er­atur, bis 2050.

Man kön­nte Sprach­ma­nip­u­la­tio­nen mit Fug und Recht als Schwachsinn beze­ich­nen. Doch halt — wür­den mit der Ver­wen­dung dieses Wortes nicht vielle­icht geistig Behin­derte diskri­m­iniert? Sollte es als „S‑Wort“ vielle­icht auch aus dem Wortschatz des braven Bürg­ers ent­fer­nt wer­den? Lei­der Realsartire.

Wir freuen uns jeden­falls, dass die bei­den AfD-Gemein­deräte sich im Hei­del­berg­er Gemein­der­at (als einzige!) diesem erneuten Angriff der Sprach­polizei wider­set­zt haben!

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