Schlagseite #1 — „Mitdenken statt Querdenken“

Die Rhein-Neckar-Zeitung (kurz RNZ) ist in weit­en Teilen des Kreis­ge­bi­etes die einzige regionale Zeitung. Wer sich dort über lokale The­men und Ereignisse informieren möchte kommt an der RNZ nicht vor­bei. Mit diesem Monopol betreibt die RNZ knall­harte Mei­n­ungs­ma­n­ip­u­la­tion. Obwohl sich die Mach­er der Zeitung regelmäßig selb­st als Qual­ität­sjour­nal­is­ten feiern, betreibt die RNZ links-grü­nen Hal­tungsjour­nal­is­mus von Fein­sten. Wir wer­den die Meth­o­d­en der RNZ zukün­ftig an aus­gewählten Beispie­len darstellen und gezielte Mei­n­ungs­ma­n­ip­u­la­tio­nen offen­le­gen.

Ein beliebtes Werkzeug der geziel­ten Steuerung von Mei­n­un­gen ist das so genan­nte „Fram­ing“, das die RNZ oft und gerne ein­set­zt.  Hier­bei wer­den Infor­ma­tio­nen zu einem Sachver­halt so selek­tiert und dargestellt, dass bei dem Leser nur eine – näm­lich die gewün­schte – Mei­n­ung dazu entste­ht. Alles, was diesen Ein­druck stört, wird ein­fach wegge­lassen. Die abschließende Bew­er­tung des Geschilderten erfol­gt dann nicht durch den Autor, son­dern meist durch einen Vertreter der Grü­nen, not­falls auch der Linken oder der SPD.

Ein schönes Beispiel für den Ein­satz von Fram­ing ist der Artikel „Gegen­demon­stran­ten fordern ‚mit­denken statt Quer­denken‘“ von Philipp Weber auf Seite 4 in der Aus­gabe vom 21.09.2020 (Aus­gabe Bergstrasse-Neckar). Hier geht es vorder­gründig um die Demon­stra­tion der Gruppe „Quer­denken 6201“ in Wein­heim am ver­gan­genen Son­nta­gnach­mit­tag. Bess­er gesagt, es geht eben nicht darum.

Der Autor the­ma­tisiert auss­chließlich die Gegen­de­mo zu der Quer­denker-Demon­stra­tion. Er lässt auss­chließlich die Organ­isatoren und Teil­nehmer der Gegen­de­mo über die eigentliche Demo zu Wort kom­men. Diese lassen selb­stver­ständlich kein gutes Haar an den Quer­denkern.

Neben vie­len anderen wird auch hier wieder dem unver­mei­dlichen Uli Sck­erl (Land­tagsab­ge­ord­neter der Grü­nen im Wahlkreis Wein­heim) jede Menge Raum gegeben, sich für die anste­hende Land­tagswahl in Stel­lung zu brin­gen. Auch die Fotos zu dem Artikel zeigen auss­chließlich die Gegen­de­mo. Man sieht Uli Sck­erl (Über­raschung!), Teil­nehmer der Gegen­de­mo und Ange­hörige der Polizei (Botschaft: Wenn die bösen Quer­denker demon­stri­eren muss die Polizei anrück­en). Faz­it des Artikels: Die „Quer­denker“ sind wed­er „geil“, noch „bunt“, sie geben “chro­nis­ch­er Coro­na-Leugn­ern” eine Bühne und „ver­bre­it­eten Ver­schwörungs­the­o­rien mit oft­mals anti­semi­tis­chem Hin­ter­grund“, es müsse ein Trennstrich gezo­gen wer­den, „wenn gegen den demokratisch ver­fassten Staat und Min­der­heit­en gehet­zt wird“ und natür­lich abschließend das Mantra „wehret den Anfän­gen“.

Nun wäre es natür­lich inter­es­sant, was die Quer­denker selb­st zu diesen Vor­wür­fen sagen. Auszüge aus deren Reden müssten die Vor­würfe ja wohl bestäti­gen. Was sagt der ein­ge­ladene Haup­tred­ner Dr. Hein­rich Fiecht­ner zu den schw­eren Vor­wür­fen gegen ihn? All dies sucht man in dem Artikel selb­stver­ständlich vergebens — Fram­ing eben. Der geneigte Leser bekommt auss­chließlich den Teil der Infor­ma­tion, der ihn zu der gewün­scht­en Ein­schätzung hin­leit­en soll. Und diese ist in dem vor­liegen­den Beispiel ein­deutig.

Nach der Lek­türe des Artikels ist keine andere Mei­n­ung mehr möglich, als die Ablehnung der pop­ulis­tis­chen, ras­sis­tis­chen und anti­semi­tis­chen Het­zer der Quer­denker. „Mis­sion accom­plished“, Herr Weber, dafür gibt es von RNZ-Chefredak­teur Klaus Welzel sicher­lich ein weit­eres Fleiß­bild­chen. Mit Qual­ität­sjour­nal­is­mus hat dies aber her­zlich wenig zu tun.

Link zum Fund­stück:

Weinheim: Gegendemonstranten fordern “mitdenken statt Querdenken”

Wein­heim. Räum­lich tren­nt die bei­den Kundge­bun­gen nur ein Stück Wiese. Inhaltlich kön­nten die Protes­tak­tio­nen kaum weit­er voneinan­der ent­fer­nt sein. Es ist Son­nta­gnach­mit­tag, 15.15 Uhr. Nach Polizeiangaben haben sich rund 120 Men­schen auf dem Rasen vor dem früheren Schloss­parkrestau­rant ver­sam­melt. Einige tra­gen Schilder. Darauf ste­ht zu lesen: “Mit­denken statt Quer­denken” oder “Pop­ulis­mus tötet, Sol­i­dar­ität schützt”.

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